Die Geschichte eines Hundes beginnt nicht erst nach der Geburt – sie nimmt bereits lange vorher ihren Lauf.
Genetik und Rasseneigenschaften
Wenn du dich mit den Entwicklungsphasen eines Welpen beschäftigst, solltest du den Unterschied zwischen Genetik und Rasse beachten. Weltweit gibt es etwa 400 anerkannte Hunderassen. Neben der Größe und den körperlichen Unterschieden kann es auch zu Unterschieden in der Intelligenz und im Verhalten kommen.
Beispiele dafür sind:
- Manche Rassen sind stark überzüchtet, andere wurden speziell für Jagd oder Ausstellungen gezüchtet – das wirkt sich oft auf ihr Verhalten aus.
- Eigenschaften wie Schüchternheit oder Mut können vererbbar sein.
- Manche Hunde, wie Huskys, ähneln im Verhalten noch ihren wilden Vorfahren, während andere, wie Französische Bulldoggen, sich deutlich weiter entfernt haben.
- Bei bestimmten Linien, wie etwa dem English Springer Spaniel, konnte eine erhöhte Aggressivität durch gezielte Zucht reduziert werden.
Stress während der Trächtigkeit
Neben der genetischen Veranlagung beeinflusst auch die Umgebung vor der Geburt das Verhalten eines Welpen und dessen Welpenentwicklung. Während der Trächtigkeit entwickeln sich Körper und Gehirn rasant. Ist die Hündin in dieser Zeit gestresst, krank oder mangelernährt, kann das die hormonelle Balance beeinflussen und die Entwicklung des Welpen nachhaltig prägen – bis hin zu erhöhter Ängstlichkeit oder Unsicherheit.
Frühe Entwicklungsstadien von Welpen
Nach der Geburt lernen Welpen schnell von ihrer Hundefamilie und der Umgebung. Diese ersten Erfahrungen helfen ihnen dabei, zwischen sicher und bedrohlich zu unterscheiden.
Die Auswirkungen von Mangelernährung und Krankheit
In den ersten 13 Wochen ist das Gehirn besonders empfindlich. Traumatische Erlebnisse oder Mangelernährung in dieser Zeit können die Nervenverbindungen so beeinflussen, dass sich langfristig Verhaltensprobleme wie Angst entwickeln.
Warum die Sozialisierungsphase entscheidend ist
Von der 3. bis zur 16. Lebenswoche durchlaufen Welpen eine besonders prägende sensible Phase. In dieser Zeit sollten sie möglichst viele positive Erfahrungen machen – mit Menschen, (sozialisierten) Hunden, Geräuschen und Situationen.
Probleme entstehen, wenn:
- Welpen in dieser Zeit isoliert sind.
- Sie zu schnell oder zu intensiv neuen Reizen ausgesetzt werden.
Achte auf Anzeichen von Stress: Lippenlecken, große Augen, eingezogener Schwanz oder Rückzugsverhalten. Diese Hinweise zeigen, dass dein Welpe überfordert ist.
Programme wie Puppy Culture unterstützen Züchter und Tierhalter dabei, die optimale Entwicklung von Anfang an zu begleiten – von der Empfängnis bis zur Abgabe.
Positive, wissenschaftlich fundierte Trainingsmethoden
Training sollte Vertrauen aufbauen, Sicherheit geben und spielerisch sein. Achte bei der Wahl eines Trainers auf folgende Punkte:
- Er arbeitet mit positiver Verstärkung.
- Er vermittelt gewünschtes Verhalten, statt zu bestrafen.
- Er vermeidet aversive Mittel wie Würgehalsbänder, Stachelhalsbänder, Elektrohalsbänder oder dominante Leinenkorrekturen.
Welpen können schon ab der achten Woche mit dem Training beginnen – vorausgesetzt, die Umgebung ist sicher und kontrolliert. Mit den richtigen Grundlagen der Welpenerziehung wächst dein Welpe sicher heran.
Einen selbstbewussten und entspannten Hund fördern
Vor der Adoption
Wenn möglich, lern die Eltern deines zukünftigen Welpen kennen. Ein guter Züchter gibt dir Einblick in das Verhalten und den Gesundheitszustand der Elterntiere und Wurfgeschwister.
Bei einem Hund aus dem Tierheim oder einer Pflegestelle solltest du möglichst viel Hintergrundwissen einholen:
- Wie verhält sich der Hund aktuell?
- Warum wurde er abgegeben?
- Gibt es Auffälligkeiten im Verhalten?
Die ersten Tage zu Hause
Sorge dafür, dass dein Welpe sich sicher fühlt. Achte auf Stressanzeichen und gestalte die Umgebung abwechslungsreich, aber nicht überfordernd. Positive Trainingsmethoden und genügend Ruhephasen helfen bei der Eingewöhnung.
Ein unterstützendes Hilfsmittel kann z. B. ein Pheromon-Halsband wie das ADAPTIL Junior Halsband sein, das beruhigende Signale abgibt – ähnlich wie die der Mutter – und bis zu 30 Tage lang wirkt.
Wann du professionelle Hilfe suchen solltest
Wenn dein Welpe ungewöhnlich ängstlich, aggressiv oder übermäßig unruhig ist, solltest du nicht zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Verhaltensprobleme wachsen sich in der Regel nicht einfach aus. Im Gegenteil – ohne gezielte Unterstützung können sie sich verstärken und das spätere Leben des Hundes erheblich beeinträchtigen.
Um einen glücklichen und selbstbewussten Hund zu bekommen, ist es wichtig, Welpen richtig zu erziehen. Das passiert mit viel Geduld, positiver Verstärkung und konsequenter Sozialisation.
Qualifizierte Hundetrainer können einen individuellen Trainings- oder Therapieplan erstellen, der deinem Hund hilft, sich sicherer und wohler zu fühlen.
Ein glückliches Ende gestalten
Die emotionale Stabilität und Belastbarkeit eines Hundes wird durch viele Faktoren geprägt. Einige davon entstehen bereits vor der Geburt, andere in den ersten Lebenswochen. Genetik und der Gesundheitszustand der Mutter spielen eine Rolle. Doch gerade durch frühzeitige Sozialisierung und liebevolle, positive Erfahrungen kannst du die Weichen für ein erfülltes Hundeleben stellen.
Unterstütze deinen Welpen in dieser entscheidenden Entwicklungsphase mit fundierten wissenschaftlichen Methoden. Damit hilfst du ihm dabei, ein selbstsicherer, entspannter Begleiter zu werden.
Im nächsten Teil dieser Artikelreihe schauen wir uns an, wie diese Grundlage im Jugend- und Erwachsenenalter weiter gefestigt und ausgebaut werden kann.
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