Dein Hund hat Angst vor Menschen? Das kannst du tun!

Geschrieben von ADAPTIL Expert, Veröffentlicht auf March 21, 2022

Trübt die Angst vor fremden Menschen eure Spaziergänge? Die Expertin Frauke Loup erklärt, woher die Angst kommt und wie du deinem Vierbeiner dabei helfen kannst, sie zu überwinden.

Es gibt Hunde, die gehen sehr gelassen durchs Leben und sind so schnell durch nichts zu erschüttern. Das ist allerdings nicht immer der Fall. Manche Hunde sind sehr schnell verunsichert. Wenn Hunde Ängste haben, dann kann das eine ganz schöne Belastung für Hund und Halter darstellen.

Ein Beispiel ist der Mischling Flip. Marina hat den Rüden aus zweiter Hand übernommen. Als er 10 Monate alt war, gab ihn sein früherer Besitzer aus Zeitmangel ab. Flip ist nun vier Wochen bei ihr, konnte sich inzwischen einleben und an das neue Zuhause gewöhnen. Wenn er mit Marina zusammen ist, ist er richtig aufgetaut und locker. Die Beiden haben viel Spaß miteinander. Doch wenn Marina mit ihm spazieren geht, dann sieht die Lage anders aus.

Kaum kommt ein Spaziergänger entgegen, dann bremst Flip und möchte nicht weitergehen. Je näher die Fremdperson kommt, desto mehr ist zu spüren, wie unwohl er sich fühlt. Wird er dann auch noch angesprochen (einige Menschen bleiben stehen, gucken ihn an und sagen „Was ist denn, du brauchst doch keine Angst haben“), ist es ganz aus und er möchte am liebsten schnell Reißaus nehmen.

Hund hat Angst vor Menschen: Warum?Hund hat Angst vor Menschen – aber warum?

Wie kommt es, dass der eine Hund fröhlich, aufgeschlossen und offen auf Menschen zugeht, der nächste jedoch Schwierigkeiten damit hat? Hunde sind letztendlich so unterschiedlich, wie wir Menschen auch. Die genetische Veranlagung spielt eine Rolle. Entscheidend ist außerdem, was ein Hund in seinen ersten Lebenswochen kennenlernt.

Bei Flip war es so, dass sein Halter leider von Anbeginn wenig Zeit für ihn hatte. Manchmal wurde er nur in den Garten gelassen. Manchmal ging sein Herrchen mit ihm Gassi, aber nur um vier Ecken, sodass er dort bald jeden Grashalm und jeden Stein kannte. Was ihnen kaum begegnete, das waren Menschen. Zudem lebte sein früherer Halter sehr zurückgezogen. So kam es, dass die Sozialisierung viel zu kurz kam und Flip immer ängstlicher gegenüber fremden Menschen wurde.

Oft ist der Mangel an Kontakten der Grund, wenn Hunde sich ängstlich entwickeln. Außerdem fehlt es manch einem Hund an Führung. Ist der Halter unsicher im Auftreten, so überträgt sich das manchmal schnell auf den Hund. Hinzu kommt, dass sich in der Pubertät bedingt durch die hormonelle Umstellung Unsicherheiten entwickeln können. Ein negatives Erlebnis kann auch mal der Grund sein, doch das ist zum Glück eher seltener der Fall. Auch die Gesundheit sollte nicht außer Acht gelassen werden und im Zweifelsfall gilt es, den Hund tierärztlich durchchecken zu lassen.  

Was tun bei Angst vor Menschen?

Was kann Marina nun tun?

Zunächst einmal ist es für das Vertrauensverhältnis zwischen ihr und Flip wichtig, dass sie ihm Sicherheit und Halt gibt, ihm vermittelt, dass sie kluge Entscheidungen treffen kann und dass sie Grenzen und Freiheiten klar strukturiert. Das betrifft das alltägliche Miteinander allgemein.

Konkret auf die Begegnungen mit Menschen gemünzt, bedeutet das, sie ist präsent und zeigt eine aufrechte, sichere Körperhaltung. Sie ergreift die Initiative und begrüßt zuerst Fremdpersonen. Dadurch wird der Fokus auf sie gerichtet und weg vom Hund gelenkt. Das ist gut für Flip, der sich unwohl fühlt, wenn die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt wird. Zudem hilft die Stimmungsübertragung, indem Flip beobachten kann, wie Marina offen und freundlich auf andere Menschen zugeht.

Hund hat Angst vor Menschen: Darum!Sie sollte andererseits verhindern, dass er sich bedrängt fühlt, indem sich jemand zu ihm beugt, die Hand nach ihm ausstreckt, um ihn anzufassen, oder ihn langanhaltend anschaut. Sie kann sich in solch einer Situation zwischen Flip und die fremde Person stellen und ihr Gegenüber auf Abstand halten. Der Rüde wird das wahrnehmen und es gibt ihm Sicherheit. Er kann feststellen, dass Marina verlässlich ist, er lernt, ihr zu vertrauen und wird im Zweifelsfall in unangenehmen Situationen hinter sie gehen.  

Er soll keinesfalls in Begegnungen nur abgeschirmt werden. Am besten ist es allerdings, wenn andere Menschen ihm zunächst einmal keine Aufmerksamkeit schenken und keine Erwartungshaltung vorhanden ist. Dann kann er dabei sein, beobachten und Gerüche einholen. So hat er die Möglichkeit, erst einmal mit der Situation vertraut zu werden. Es ist kein Muss, dass er sich von Fremden anfassen lässt, aber es kann sein, dass er im Laufe der Zeit von alleine Interesse an Nähe zeigt. Marina hat bereits Spaziergänge mit ihren Freunden und Freundinnen unternommen und nach den ersten paar Malen wurde Flip bereits lockerer und zeigte sich zunehmend interessierter.

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Vielleicht probiert Marina demnächst einmal aus, dass sich ihre Freundin Antje irgendwohin setzt und eventuell ein Leckerli in der Hand hält. Ein besonders schmackhaftes natürlich. Wenn Menschen sitzen, dann ist es oftmals für ängstliche Vierbeiner einfacher, sich anzunähern. Das Leckerli soll Antje dann einfach auf der offenen Hand haben und die Hand bleibt am Körper und wird dem Rüden nicht entgegengestreckt. Dadurch würde sich Flip viel zu sehr bedrängt fühlen.  

Er ist noch sehr jung und die Chancen sind hoch, dass er im Laufe der Zeit entspannter wird. Marina sollte jedoch nicht zu hohe Erwartungen an ihren Vierbeiner zeigen. Das wär kontraproduktiv, da der Rüde sich dann zurückziehen könnte.

Letztendlich hat es durchaus Vorteile, wenn ein Hund nicht zu jedem fremden Menschen hinläuft. Er sollte keinesfalls ängstlich sein, aber sich auch nicht von jedem anfassen lassen müssen. 
Die Chancen stehen gut, dass die Beiden ihren Weg miteinander finden.


Frauke Loup, Hunde-Akademie Perdita Lübbe, Darmstadt, www.hundeakademie.de


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